Fühl ich. Ein Plädoyer für mehr Gefühl
- Jasmin

- 15. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Mein Sohn ist gerade zwölf geworden.
Momentan gibt es genau zwei Sätze, die ich von ihm ständig höre.
Der eine ist: „Weiß ich nicht.“
Der andere: „Fühl ich.“
Anfangs habe ich ihn irritiert angeschaut. Ich dachte: Klar, wieder so ein neuer Jugendslang. Aber irgendwann blieb ich an diesem Satz hängen.
Fühl ich.
Und je mehr ich darüber nachdachte, desto stärker fand ich ihn.
Ein Junge, der nicht sagt: „Cool“ oder „Stimmt“
– sondern: „Fühl ich.“
So einfach.
So direkt.
So ehrlich.
Denn was steckt da eigentlich drin?
Ein Satz, der mehr ist als Zustimmung.
Ein Satz, der Nähe schafft.
Der sagt: Ich verstehe dich. Ich bin bei dir. Ich spüre, was du spürst.
Und ich frage mich: Wann haben wir eigentlich verlernt, so offen zu sagen, was wir fühlen – oder wie sehr wir mitfühlen?
Ganz gleich ob Mann oder Frau – haben wir nicht längst gelernt, manche Gefühle lieber zu verstecken?

Die leisen. Die schmerzhaften. Die, für die gerade kein Platz zu sein scheint.
Stattdessen: Funktionieren. Durchziehen. Stark sein.
Aber vielleicht liegt in genau so einem Satz wie „Fühl ich“ ein Zeichen.
Ein kleines Leuchten.
Ein Hoffnungsschimmer, dass sich gerade etwas wandelt. Etwas Gutes.
Gerade wir Frauen bewegen uns so oft zwischen Erwartungen, Rollen, Anforderungen.
Wir managen. Wir koordinieren. Wir halten vieles aus – und alles zusammen.
Doch wie oft halten wir inne und sagen einfach: „Ich fühl das.“
zu uns selbst und zueinander?
HERizon will genau das sein:
Ein Ort, an dem Gefühle nicht wegerklärt, sondern willkommen sind.
Ein Raum, in dem Stärke und Verletzlichkeit sich nicht ausschließen, sondern ergänzen.
Ein Miteinander, das nicht von Leistung lebt, sondern von echter Verbindung.
Vielleicht brauchen wir gar keine großen Reden. Kein perfektes Timing. Kein starkes Auftreten. Vielleicht braucht es manchmal nur zwei Worte:
Fühl ich.




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