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Gefiltert – Warum wir nicht alles sehen (wollen)

  • Autorenbild: Jasmin
    Jasmin
  • 28. Juni 2025
  • 1 Min. Lesezeit

Wir filtern.

Ständig.

Unbewusst.

Gezielt.

Automatisch.


Wir filtern unsere Bilder – glätten die Stirn, zaubern Makellosigkeit ins Gesicht, verwischen Hintergründe, damit das Unschöne, das Chaotische, das Unperfekte nicht sichtbar ist.

Wir filtern unsere Worte – denken drei Mal nach, bevor wir sagen, was wir wirklich fühlen.

Wir filtern unser Verhalten – passen uns an, halten zurück, dosieren.


Und wir filtern auch das, was wir hören.


Ich habe heute von einem lieben Menschen ein wunderschönes Kompliment bekommen. Es war ehrlich. Herzlich. Wertschätzend.

Und doch – ich habe es fast überhört.

Nicht, weil ich nicht zugehört habe.

Sondern weil ich es herausgefiltert habe.


Weil mein innerer Filter sagt:

„Das kann nicht stimmen.“

„Das meint er doch nicht so.“

„Das passt nicht zu meinem Selbstbild.“


Wie schade.

Wie traurig es ist, dass wir Schönes nicht immer annehmen können – nur weil unser Filter es nicht durchlässt.

Weil wir zu sehr gelernt haben, zu zweifeln statt anzunehmen.

Weil es nicht in unser Selbstbild passt.

Weil wir zu oft dachten, wir müssten erst besser, schlanker, klüger, perfekter sein, um dieses Lob zu verdienen.


Dabei liegt so viel Kraft darin, den Filter mal beiseitezuschieben.

Zu sehen, was ist.

Anzunehmen, was gesagt wird.

Zu glauben, dass wir genau jetzt und so wie es gemeint war großartig sind.


Lasst uns weniger filtern.

Weder das Gesicht, noch unser Leben oder unsere Worte.



 
 
 

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